Nach Ballermann-Aus: Partytouristen zieht es nach Bulgarien

Nach dem Aus des Ballermanns auf Mallorca haben viele deutsche Partytouristen in der Corona-Pandemie schnell eine Alternative gefunden: Die Strände von Bulgarien.

Der Goldstrand in Bulgarien

Nach der Zwangsschließung von Bars auf Mallorca aufgrund der Nichteinhaltung von Abstands- und Hygienerichtlinien deutscher Partytouristen, ordneten spanische Behörden an, Kneipen an der Partymeile zu schließen. Somit bleiben die Lokalitäten für die nächsten zwei Monate geschlossen.


Das Fehlverhalten deutscher Touristen auf Mallorca führte zu einer generellen Debatte um den Party-Tourismus, welcher wohlmöglich auch nach Corona weitreichende Folgen für den Tourismus auf der Balearen Insel haben wird, da es bereits vor der Pandemie großen Widerstand gegen das Fehlverhalten der "Sauftouristen" gab.


Bulgarien: Die neue Partyhochburg der Deutschen?


Besonders beliebt bei Urlaubern aus Deutschland sind der acht Kilometer lange Sonnenstrand bei Burgas und der nördlicher gelegene Goldstrand, der sich in der Nähe von Varna über 3,5 Kilometer Länge erstreckt. An Sonnen- und Goldstrand gibt es mehr als 1000 Hotels, Restaurants, Bars und Kneipen.


Laut dem ARD-Magazin "Kontraste" mutiert der Goldstrand, dem "Ballermann des Schwarzen Meeres", nunmehr zum europäischen Feier-Hotspot, und das obwohl die Corona-Ansteckungszahlen in dem Balkanstaat rasant steigen.


Bulgarien, auch gerne als "Bulle" wie der Ort angelehnt an „Malle“ genannt wird, war schon vor der Corona-Pandemie für viele Partytouristen eine kostengünstige Alternative. Dazu kommt nun, dass die Corona-Regeln lascher als auf Mallorca sind.


Der Tourismus ist an der bulgarischen Schwarzmeerküste die Haupteinnahmequelle, Orte wie Slatni pjasazi am Goldstrand leben nahezu ausschließlich von Urlaubern – in diesem Jahr kommt Medienberichten zufolge nur die Hälfte an Touristen dorthin, mit entsprechenden wirtschaftlichen Einbußen zur Folge. Diejenigen, die aber kommen scheinen sich nicht großartig Gedanken um Corona zu machen.


Schaumpartys und Eimersaufen am Goldstrand


Das ARD-Magazin „Kontraste“ zeigte in ihrem Bericht eine Schaumparty am Goldstrand, bei der hunderte Feierwütige ungezwungen und vor allem ohne Mund-Nasen-Schutz und geringem Abstand tanzten und tranken. Zwar wird am Eingang von Schmpartys beispielsweise Fieber gemesen, Schutztücher und Schwimmreifen verteilt um so den Abstand zu gewährleisten – doch daran hielt sich, so lässt der Videoausschnitt vermuten, nur eine Minderheit. Ein junger Urlauber gibt sogar zu, dass das Coronavirus und die damit verbundenen Schutzmaßnahmen mit steigendem Alkoholkonsum „nicht mehr so viel interessieren“.

Maske nur für Personal Pflicht


Die Regeln sind am Sonnenstrand und Goldstrand weitaus lascher, als in den meisten anderen Urlaubsregionen. o müssen Betreiber lediglich darauf achten, dass es eine Maximalzahl an Besuchern pro Veranstaltung geben darf – auf den Sicherheitsabstand soll nur hingewiesen werden und ein Mund-Nasen-Schutz ist lediglich für das Personal obligatorisch. Verantwortung will scheinbar niemand übernehmen.


Verantwortlich sind die anderen


Clubbetreiber, wie Nikolai Velev, sehen die Regierung in der Pflicht. „Ich kann nichts tun, solange die Regierung nicht sagt: Schmeißt die ohne Masken raus“, berichtet „Kontraste“. Während dessen sieht in Vertreter der Tourismuskammer in Varna die Verantwortung auch bei den Gästen: "Wie sollte man denn die Emotionen so einer Menge kontrollieren?", fragt er. "Wenn die Leute Songs hören, wollen sie halt tanzen. Das Problem ist, dass sie betrunken sind und ihnen alles egal ist."


Wie man in Corona Zeiten richtig feiert, zeigen uns diese Bulgaren:

Aktuell ist Bulgarien mit 8638 positiv auf das Coronavirus getesteten Menschen zwar noch nicht stark von der Pandemie betroffen – doch die Infektionszahlen steigen so stark wie in keinem anderen Staat in der EU. So habe sich, laut „Stern“, die Anzahl der Fälle innerhalb eines Monats verdoppelt.


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